Kündigung wegen Gay-Chatprofil rechtswidrig

Das Arbeitsgericht Frankfurt hat gestern die Kündigung eines schwulen Mitarbeiters durch das Kolpingwerk für unwirksam erklärt. Es gelte der Grundsatz, «ausserdienstliches Verhalten» könne kein Anlass für eine Kündigung sein. Niemandem darf gekündigt werden, weil er homosexuell ist und dazu steht.

Das katholische Kolpingwerk hatte den 53-jährigen und seit 25 Jahren (davon 11 Jahre in Limburg) beschäftigten Sozialpädagogen fristlos entlassen, weil er ein Chatprofil in einem Internetportal für Schwule hatte. Die Verantwortlichen vom Diözeseverband Limburg hatten ihre Kündigung damit begründet, dass der Mitarbeiter in einem Chatprofil nach Kontakten zu anderen Homosexuellen gesucht hatte.

Aufgrund der Informationen durch den Lesben- und Schwulenverband in Deutschland hagelte es in der vergangenen Woche Proteste gegenüber dem Kolpingwerk in Frankfurt. Auch PINK CROSS hatte beim Bekanntwerden der Entlassung ein Protestschreiben eingereicht.

In seiner Stellungnahme zum Urteil zeigt sich der LSVD «sehr froh, dass der römisch-katholischen Kirche durch dieses Urteil bescheinigt wurde, dass ihre diskriminierende Praxis gegenüber ihren lesbischen und schwulen Mitarbeitern rechtswidrig ist».

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