Denkmal für die verfolgten Schwulen und Lesben

Das Denkmal für die in der NS-Zeit verfolgten Homosexuellen wird an diesem Dienstag in Berlin von Kulturstaatsminister Bernd Neumann und dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit der Öffentlichkeit übergeben.

Als Standort für das vom Bundestag 2003 beschlossene und etwa 600 000 Euro teure Mahnmal wurde der südliche Rand des Berliner Tiergartens gegenüber dem Holocaust-Denkmal bestimmt.

Der Entwurf für die Betonstele stammt von dem in Berlin lebenden dänisch-norwegischen Künstlerduo Michael Elmgreen und Ingar Dragset. Das Denkmal nimmt Bezug auf das gegenüberliegende Holocaust-Mahnmal für die ermordeten Juden Europas.

Durch ein Fenster, das schräg in eine Ecke des Würfels eingeschnitten ist, sieht der Betrachter die Filmprojektion einer scheinbar endlosen Kuss-Szene eines gleichgeschlechtlichen Paares, im Zwei-Jahres-Rhythmus Männer oder Frauen.

Am Denkmal informiert ein erklärender Text über die Homosexuellenverfolgung in der NS-Zeit. Eine der zentralen Passagen dabei lautet: «Aus seiner Geschichte heraus hat Deutschland eine besondere Verantwortung, Menschenrechtsverletzungen gegenüber Schwulen und Lesben entschieden entgegenzutreten.»

In der NS-Zeit wurden schätzungsweise 54 000 Homosexuelle verurteilt, etwa 7000 wurden in Konzentrationslagern ermordet. Der in der Nazizeit verschärfte Homosexuellen-Paragraf 175 wurde in der Bundesrepublik ab 1969 schrittweise liberalisiert und 1994 ganz gestrichen.

Quelle: Newsletter Pink Cross, 20Minuten/SDA