Capleton-Konzert in Basel abgesagt

Die Kaserne Basel sagt das Konzert des jamaikanische Dance-hall-Musikers Capleton ab, nachdem ein Video vorliegt, das den Künstler mit neuen homophoben Aussagen zeigt.

Die Kaserne hatte den wegen homophoben Hass- und Gewaltsongs umstrittenen Musiker für den 6. November programmiert, weil er den Reggae-Compassionate-Act (RCA) unterzeichnet hat. Mit dem RCA bekennen sich Dance-hall-Musiker, deren Karriere wegen ihrem dezidiert homophoben Auftreten gefährdet ist, zu den traditionellen Werten des Reggae und zur Vielfalt der Menschheit. Sie verpflichten sich ausserdem, weder in Jamaika noch anderswo zu Hass und Gewalt aufzurufen.

Gegen den Auftritt von Capleton wehrten sich die Homosexuellen Arbeitsgruppen HABS und Stop Murder Music Bern. Namentlich die HABS stellten sich auf den Standpunkt, ein halbherzig unterzeichnetes Papier genüge nicht. Die Musiker müssten auch die Verantwortung für das Leid, das sie verursacht haben auch übernehmen und sich von ihren früheren Texten distanzieren. Diese Ansicht teilen Reggae-Veranstalter nicht.

Dass die Kaserne das Konzert nun abgesagt hat, liegt an einem YouTube-Video, welches Stop Murder Music und die HABS vorgelegt haben. Es zeigt Capleton im Dezember 2007, nach Unterzeichnung des RCA, bei einer homophoben Bühneneinlage in Jamaika, d.h. bei einem Vertragsbruch. An dem von den HABS am Montag (3. November) veranstalteten Podium hatten die Vertretungen der Kaserne sowie der Basler Behörden klar gesagt, dass das Konzert nicht stattfinden werde, falls sich die Videos als glaubwürdig erwiesen.

Quelle: Newsletter Pink Cross