Schwule und Lesben mit Migrationshintergrund

Plakataktion HAB“My son is gay. Why should I therefore love him any less? (Mein Sohn ist schwul, warum sollte ich ihn deshalb weniger lieben?)“ Über alle Kulturen und Epochen hinweg liegt der Anteil homosexueller Menschen vermutlich gleich hoch. Geht es um ihre Akzeptanz, gibt es jedoch grosse Unterschiede.

Ein schwuler Sohn oder eine lesbische Tochter ist für viele Mütter und Väter mit Migrationshintergrund aus dem Balkan, der Türkei, dem Nahen und Fernen Osten eine Todsünde, die die Ehre aller Familienmitglieder tief verletzt.

Dieser Problematik wollen die Homosexuellen Arbeitsgruppen Bern (HAB) zusammen mit anderen schwullesbischen Organisationen mit einer Plakataktion zum Tag der Homophobie vom 17. Mai 2010 in den öffentlichen Verkehrsmitteln begegnen.
Migranten und Migrantinnen, die in der Schweiz leben, tragen oft ihre Traditionen und ihr kulturelles Selbstverständnis mit – und das ist auch gut so. Die Organisationen glauben, dass das freie Leben jedes Menschen unbedingt geschützt werden muss, sei es aufgrund seiner Kultur oder seiner Neigungen. Das ist ein Menschenrecht.
Deshalb möchten die organisierenden Gruppierungen Menschen aus fremden Kulturen Mut machen, zu ihrer Neigung oder der Neigung ihrer Angehörigen zu stehen.

Die Plakataktion ist Auftakt für weitere Aktionen und Veranstaltungen, mit denen Menschen aus anderen Kulturen in dieser Lebenssituation geholfen werden kann und wo sie weitere Hilfe finden.
Unter der Internetadresse www.ha-bern.ch/gaymigs finden Interessierte (ab Montag, 26. April 2010) weitere Informationen zur Aktion sowie Hinweise und Links zu Beratungsstellen.

Ablehnende BernMobil?
Nicht beteiligen an dieser Aktion wollten sich die Verkehrsunternehmen BernMobil und der Ortsbus Köniz. Die Unternehmen fürchten sich vor allfälligen Provokationen von Ausländern ihnen gegenüber. Andere Unternehmen im Grossraum Bern stehen dieser Aktion positiv gegenüber und erlauben das Aufhängen der Plakate in ihren Fahrzeugen. Laut dem Präsidenten der HAB, Christoph Janser, sehen die beteiligten Organisationen in dieser ablehnenden Haltung von BernMobil eine klare Diskriminierung von Minderheiten.
Diese Plakataktion, welche in diesem Jahr noch mit weiteren Anlässen fortgesetzt wird, wird keine Aengste schüren oder provozieren. Es soll auf ein spezielles Beratungsangebot hinweisen.

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